Klimawandel droht nicht länger, er hat bereits eingesetzt. Das hat Folgen für unser Leben die kaum absehbar sind.
Dass indes Umdenken nicht gleichbedeutend sein muss mit geringerer Lebensqualität, zeigt das Buch „Sailing for Future“.
Der Titel des Buches aus dem Delius Klasing Verlag deutet an, worum es den Autoren geht: Corentin de Chatelperron, ein Ingenieur und Segelabenteurer, und Nina Fasciaux, eine Journalistin, engagieren sich für die Zukunft unseres Planeten. Die hängt von ungewöhnlichen Ideen ab.
Hier wird gezeigt, wie man mit wenig Aufwand und nachhaltigen Mitteln die Technik nicht etwa verbannen, sondern verbessern und damit zugleich die Armut in der Welt bekämpfen kann.
Dazu haben sich die Autoren mit einer Crew Gleichgesinnter auf eine Weltumseglung begeben, wie es sie so wohl noch nie zuvor gegeben hat. Durch elf Länder auf vier Kontinenten führt die Reise. Jedes hat seine eigenen Umweltprobleme.
Vor Ort erprobt die Besatzung originelle und nachhaltige Lösungsansätze. Für Marokko zum Beispiel wird eine Technik zur Meerwasserentsalzung entwickelt, auf Madagaskar werden Algen für die Ernährung gewonnen und in Sri Lanka Plastikmüll sinnvoll verwertet.
Große Wirkung, erzielt mit schlichten Mitteln: In diesem Buch wimmelt es nur so an umweltfreundlichen Ideen. Zugleich ist dies aber auch ein vergnüglicher Reisebericht voll erstaunlicher Begegnungen, lehrreicher Informationen und einer Fülle von Bildern, die zeigen, dass der Einsatz für das Leben auf dieser Erde begleitet sein kann von einer sprühenden Lebensfreude.

Corentin de Chatelperron und Nina Fasciaux
„Sailing for Future“
Mit Low-Tech und Low-Budget um die Welt
240 Seiten, 288 farbige Fotos und Abb.,
Format 21 x 24 cm, Klappenbroschur, 24,90 Euro
ISBN 978-3-667-11851-6
Delius Klasing Verlag, Bielefeld
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Über Corentin de Chatelperron
(Geboren am 14. Mai 1983 in Vannes, Frankreich)
Corentin de Chatelperron ist ein französischer Ingenieur, Abenteurer und Gründer der NGO „Gold of Bengal". Seine Mission ist es, nach „grünen Lösungen“ zum autarken Leben zu suchen. Im Fokus stehen für ihn dabei die Erforschung, Entwicklung und Förderung von Lösungsansätzen für die Probleme der autonomen Versorgung mit Wasser, Energie und Nahrung.
Darüber hinaus legt er bei seinen Projekten großen Wert auf den Einsatz von Materialien, die der Natur, den Kulturen und Ressourcen der Region mehr Achtsamkeit entgegenbringen.
Als er im Jahr 2009 in Bangladesch auf einer Werft arbeitete, kam dem jungen Franzosen die Idee, Glasfasermaterial, das für den Bootsbau benutzt wird, durch Jutefasern zu ersetzen. Angetrieben durch diese Vision entwickelte er die TARA TARI, ein kleines Segelboot, das zu 40 Prozent aus Jute-Verbundmaterial gefertigt wurde. Mit diesem Projekt konnte er erstmals das Potential von Jute im Schiffsbau aufzeigen.
Um die Leistungsfähigkeit des neuen Materials zu zeigen, segelte er 2010 als 26-Jähriger mit der TARA TARI von Bangladesch nach Frankreich. Den größten Teil der sechsmonatigen Reise, die für ihn zu einem echten Abenteuer wurde, segelte er allein.
Anschließend kehrte Corentin de Chatelperron wieder zurück nach Bangladesch und arbeitete mit einem Team von jungen Ingenieuren an der Weiterentwicklung seiner Grundidee. Als Ergebnis dieser Arbeiten entstand im März 2013 ein weiterer Prototyp, die GOLD OF BENGAL. Das erste Boot, das zu 100 Prozent aus Jute-Verbundmaterial gebaut wurde.
Das Boot wurde anschließend sechs Monate lang im Golf von Bengalen getestet. Bei dieser neuen Expedition wurden auch verschiedene Low-Tech-Ansätze erprobt, die ein autonomes Leben ermöglichen sollen.
Aus diesem Projekt, bei dem Corentin über die Bedeutung von Innovationen generell nachgedacht hatte, ging ein neues Projekt hervor: Das Low-Tech Lab, eine Plattform, um Low-Tech Anwendungen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.
Im November 2013 gründete Corentin die NGO „Gold of Bengal", eine Organisation, bei der es um die Erforschung über den Einsatz von Jute in Verbundmaterialien geht.
Um weltweit Low-Tech Technologien ausfindig zu machen und ihre Erfinder zu treffen, startete Corentin de Chatelperron zusammen mit Pierre-Alain Lévêque und Elaine le Floch am 23. Februar 2016 ein neues Abenteuer an Bord des 45-Fuß Katamarans NOMADE DES MERS. Geplant ist eine vier Jahre dauernde Reise um die Welt, bei der spannende und inspirierende Entwicklungen gefunden und die dazugehörigen Entwickler getroffen werden sollen.
Die NOMADE DES MERS ist ein normaler hochseetauglicher Katamaran, der in ein Low-Tech-Labor umgebaut wurde. Unter anderem gibt es auf ihm ein Hydrokultur-Gewächshaus, ein multifunktionales pedalbetriebenes Allroundwerkzeug, Windgeneratoren sowie ein mechanisches und ein elektrisches Labor. Bei dem Projekt geht es darum, dass die Crew des Schiffes die Produkte, die unterwegs gefunden werden, testen und möglichst selbst nutzen und – sofern notwendig – auch weiterentwickeln und optimieren möchte.
Das Ziel dieser Reise ist, auf allen Kontinenten Low-Tech Innovationen zu entdecken, nach eigenen Tests zu dokumentieren und sie jedermann als Open-Source-Wissen zur Verfügung zu stellen, unter anderem mit einem eigenen Low-Tech-Wiki im Internet.
Das aktuelle Projekt wird vom deutsch-französischem TV-Sender Arte begleitet. Bisher wurden 15 Dokumentationen über den ersten Teil der Expedition ausgestrahlt. Weitere neue Folgen werden 2020 unter dem Titel „Mit Kompass und Köpfchen auf hoher See“ auf Arte gesendet. Seine Rückkehr in Frankreich wird im Sommer 2021 erwartet.
Im Januar 2020 veröffentlicht Corentin de Chatelperron im Delius Klasing Verlag das Buch „Sailing for Future - mit Low-Tech und Low-Budget um die Welt“ - ein wahres Plädoyer für die Nachhaltigkeit.