Wasserpflanzen-Plage im Markermeer

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Wasserpflanzen im Markermeer: Wo Segler aufpassen sollten

Im Sommer können Wasserpflanzen im Markermeer zum handfesten Problem werden. In flachen Bereichen wachsen sie stellenweise so dicht, dass sie an Kiel und Ruder hängen bleiben oder in die Schraube geraten. Das Boot wird langsamer, das Ruder schwergängig oder unter Maschine fehlt plötzlich Schub.

Wo solche Pflanzenfelder liegen, ändert sich im Laufe der Saison. Alte Erfahrungswerte helfen deshalb nur begrenzt. Vor allem abseits der großen Fahrwasser lohnt sich vor dem Ablegen ein Blick auf die aktuelle Lage.

Durchwachsenes Laichkraut und andere Wasserpflanzen

Im Markermeer wachsen verschiedene Unterwasserpflanzen. Zu den Arten, die der Schifffahrt Probleme bereiten können, gehört das Durchwachsene Laichkraut (Potamogeton perfoliatus), auf Niederländisch doorgroeid fonteinkruid.

Die langen Pflanzen können sich an Booten festsetzen. Rijkswaterstaat warnt ausdrücklich davor, dass Wasserpflanzen in die Schraube geraten oder an Kiel und Ruder hängen bleiben können. Im Markermeer und in den Randmeren kommen große Pflanzenfelder vor.

Wasserpflanzen gehören allerdings zum Markermeer. Sie nehmen Nährstoffe auf, halten Schwebstoffe zurück und bieten Fischen und anderen Wassertieren Schutz. Deshalb werden sie nicht einfach überall entfernt.

Wo stehen die Pflanzen gerade?

Die wichtigste Hilfe für die Törnplanung ist Waterplanten.nu. Auf einer Karte sind gemeldete Wasserpflanzen und gemähte Bereiche zu sehen. Wassersportlerinnen und Wassersportler können dort auch selbst melden, wo Pflanzen die Fahrt behindern.

Die Angaben sind eine Orientierungshilfe. Sie ersetzen weder die aktuelle Seekarte noch den Blick auf die tatsächliche Situation vor Ort. Meldungen können bereits einige Zeit zurückliegen. Einträge, die älter als zwei Monate sind, verschwinden wieder von der Karte.

Vor einer Fahrt durch flache Bereiche des Markermeers sollte die geplante Route deshalb mit Waterplanten.nu und der aktuellen Seekarte abgeglichen werden. Gibt es auf dem Kurs größere Pflanzenfelder, ist eine Ausweichroute sinnvoll.

Warum wird nicht überall gemäht?

Rijkswaterstaat hält die Hauptfahrwasser für die Berufsschifffahrt von Wasserpflanzen frei. Außerhalb dieser Fahrwasser können regionale Organisationen unter bestimmten Bedingungen ebenfalls mähen.

Für das gesamte Markermeer gilt das nicht. Wasserpflanzen sind Teil des Ökosystems und wichtig für die Wasserqualität. Hinzu kommen Vorgaben des Naturschutzes. Das Markermeer gehört zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000.

Für die Sportschifffahrt bedeutet das: Außerhalb der unterhaltenen Fahrwasser können dichte Pflanzenbestände stehen bleiben.

Gibt es heute mehr Wasserpflanzen?

Die Entwicklung ist weniger eindeutig, als der Blick auf ein dicht bewachsenes Pflanzenfeld vermuten lässt.

Rijkswaterstaat ließ die Wasserpflanzen im Markermeer 2024 erneut untersuchen. Die durchschnittliche Bedeckung mit untergetauchten Wasserpflanzen war höher als bei der vorherigen Untersuchung 2021. Sie lag jedoch unter den Werten von 2014, 2016 und 2019. Der Anstieg gegenüber 2021 ging vor allem auf sterkranswier zurück.

Aus diesen Messungen lässt sich deshalb nicht ableiten, dass das Durchwachsene Laichkraut im gesamten Markermeer von Jahr zu Jahr zunimmt.

Für die Törnplanung zählt ohnehin vor allem, wo dichte Pflanzenfelder liegen. Schon ein begrenzter Bestand kann unangenehm werden, wenn er genau auf dem geplanten Kurs liegt.

Wenn die Schraube voller Pflanzen sitzt

Geraten Wasserpflanzen in die Schraube, ist mehr Gas keine gute Idee. Das niederländische Sicherheitsprojekt Varen doe je Samen empfiehlt, zunächst vorsichtig rückwärts und anschließend wieder vorwärts zu fahren. Dadurch können sich die Pflanzen von der Schraube lösen.

Lange sollte dieser Versuch nicht fortgesetzt werden. Der Motor kann überhitzen.

Bleibt die Schraube blockiert, ist Vorsicht angesagt. Varen doe je Samen warnt davor, einfach ins Wasser zu steigen, um Pflanzen unter dem Boot zu entfernen. In dichten Beständen besteht die Gefahr, sich selbst darin zu verfangen. Vor Arbeiten an Schraube oder Ruder muss der Motor vollständig ausgeschaltet sein.

Lässt sich die Situation an Bord nicht sicher beherrschen, sollte Hilfe gerufen werden.

Wasserpflanzen werden am Markermeer bleiben

Dass Wasserpflanzen nicht grundsätzlich verschwinden sollen, zeigen auch aktuelle Planungen an der nordholländischen Markermeerküste.

Am 25. Juni 2026 wurde die Vorzugsentscheidung für Maßnahmen bei Kinselbaai, De Nes und Schardammer Kogen veröffentlicht. Dort sollen auf insgesamt rund 85 Hektar unter anderem Helophyten-Sumpf, Überflutungsflächen und flache Wasserbereiche mit Unterwasserpflanzen entstehen. Die neuen Lebensräume sollen unter anderem Fischen als Laich- und Aufwuchsgebiet dienen und die ökologische Wasserqualität verbessern.

Für die Schifffahrt bleibt damit die Trennung entscheidend: Die wichtigen Fahrwasser werden unterhalten. In anderen Teilen des Markermeers gehören Wasserpflanzen zum gewollten Lebensraum.

Warum die Wasserpflanzen so stark wachsen

Das starke Pflanzenwachstum hängt auch mit der veränderten Wasserqualität zusammen. Die Nährstoffbelastung des Markermeers ist in den vergangenen Jahrzehnten gesunken. Weniger Nährstoffe verändern das Wachstum und die Zusammensetzung der Algen. Wo dadurch mehr Sonnenlicht bis zum Grund gelangt, finden Unterwasserpflanzen bessere Wachstumsbedingungen.

Im flachen Markermeer spielt das Licht eine entscheidende Rolle. Je tiefer es ins Wasser dringt, desto größere Flächen des Seebodens kommen als Standort für Wasserpflanzen infrage. Wind und Wellen können dagegen feinen Schlamm vom Grund aufwirbeln und das Wasser trüben. Deshalb unterscheiden sich die Wachstumsbedingungen innerhalb des Sees deutlich.

Aktuelle Informationen zum Markermeer

Waterplanten.nu: aktuelle Wasserpflanzenkarte

Rijkswaterstaat: Wasserpflanzen im Markermeer, IJmeer und in den südlichen Randmeren

Rijkswaterstaat: Markermeer

Rijkswaterstaat: Monitoring der Wasser- und Uferpflanzen, Messjahr 2024

Staatscourant: Vorzugsentscheidung zur nordholländischen Markermeerküste

Stand: 17. August 2026

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